{Vorgestern habe ich das Buch beendet, gestern dann die Verkündung, man habe Einsteins Theorie der Gravitationswellen bewiesen – was für ein Timing ich da doch hatte.}

Mit Physik ist das so eine Sache. Ich habe in meiner Schulzeit ein einziges Mal eine 1 in Physik geschrieben, aber auch nur, weil ich wie blöde für die Klausur gelernt hatte und diese 1 für eine halbwegs angemessene Gesamtnote driiiiiingend nötig war. Ansonsten war Physik nie so mein Ding.

Wieso habe ich dann „Sieben Kurze Lektionen über Physik“ von Carlo Rovelli (übersetzt von Sigrid Vagt) gelesen? Weil mein Papa es mir empfohlen hat und da er schon viele meiner Empfehlungen gelesen hat, dachte ich, wäre es mal an der Zeit, eines seiner empfohlenen Bücher zu lesen.

In „Sieben Kurze Lektionen über Physik“ versucht Carlo Rovelli dem unbedarften Leser die Physik, insbesondere in Bezug auf Quanten, Teilchen, Raumkörnchen und Schwarze Löcher näher zu bringen. Bei mir hat das so mittelmäßig funktioniert.

Ich habe jetzt ein vages Verständnis von der Quantenmechanik und Schwarzen Löchern, aber so ganz ist mir „die Physik“ nicht wirklich verständlich geworden. Aber schließlich waren es ja auch nur „kurze Lektionen“, da kann ich natürlich auch nicht erwarten, nun ein Physikgenie zu sein.

Sehr treffend fand ich da folgenden Satz:

Alles klar? Nein. Sehr vieles bleibt noch unverstanden. (Sieben Kurze Lektionen über Physik, S. 71)

Doch auch wenn der Kosmos und die Quanten in vielerlei Hinsicht noch immer ein Rätsel für mich sind, konnte ich doch einiges aus dem Buch mitnehmen. So macht Rovelli gut deutlich, dass wir uns „im unermesslichen Meer an Galaxien und Gestirnen (…) in einem unendlich kleinen verlorenen Winkel [befinden], unter den unzähligen arabesken Formen, aus denen sich die Realität zusammensetzt, sind wir nur ein Schnörkel unter vielen“. (Sieben Kurze Lektionen über die Physik, S. 78) Wir Menschen nehmen uns und unser Leben immer sehr wichtig, und im Kleinen, im Alltäglichen betrachtet, ist das natürlich auch richtig so, doch viel öfter sollten wir mal das Große Ganze in Betracht ziehen und uns verdeutlichen, dass wir nur ein winziger Bestandteil des Kosmos sind – der gut ohne uns existieren kann, wir aber nicht ohne ihn.

Rovelli sagt auch:

Alle Dinge in der Welt wechselwirken fortwährend, und in jeder dieser Wechselwirkungen übernimmt das eine Spuren vom Zustand des anderen. (Sieben Kurze Lektionen über Physik, S. 80)

Und auch wenn Rovelli dies mehr auf physische Systeme und Zustände dieser bezieht, denke ich, gilt dies auf für die Verbindung zwischen Individuen und ihren Leben.

Alle meine Handlungen haben Auswirkungen auf die Leben anderer Menschen. Manchmal sind diese Menschen in meiner direkten Nähe, sind Familienmitglieder oder Freunde, und manchmal sind es Menschen in fernen Ländern wie Indien, die unsere Kleidung oder andere Produkte herstellen.

Wir sollten uns viel öfter bewusst machen, dass wir nicht nur im Umkreis der paar Kilometer leben, die wir im Alltag „nutzen“. Wir tragen Verantwortung für die Welt in der wir leben – die ganze Welt.

Fazit: Wenn ich also eines aus der Lektüre dieses Buches mitnehmen kann, dann dass wir alle in einem großen Boot namens Kosmos sitzen. Und dass Physik echt sehr kompliziert und komplex ist.

 

Sieben Kurze Lektionen über Physik. Carlo Rovelli. 2015. Rowohlt. ISBN: 978-3-498-05804-3.

 

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