Im Rahmen meines Jane-Austen-Marathons lese ich natürlich nicht nur Romane von Jane Austen selbst, sondern alle möglichen Bücher, die sich mit ihr und ihren Romanen befassen.

Mit dabei ist auch „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ von Manuela Inusa – und ich fand das Buch wirklich fantastisch!

Ich liebe ja Jane Austen und wenn ihr Name in einem Buchtitel vorkommt, muss ich dieses Buch natürlich lesen. Und wenn es dann noch so ein schönes Cover hat (ja, schlagt mich, aber ich suche häufig Bücher anhand ihrer Cover aus), ist es eh um mich geschehen. Und wenn der Roman sich so gut liest, na dann hallelujah! 😉

Die Handlung kurz in einem Satz: Jane Austen ist auf Zeitreise im Bath des 21. Jahrhunderts und landet bei der Buchhändlerin Penny Lane.

Gut, ein wenig muss man sich natürlich auf das Gedankenspiel einlassen, dass Jane Austen durch die Zeit reist und bei Penny landet, aber wenn man sich mit diesem fantastischen Element arrangieren kann, wird man mit einer lustigen, romantischen und pfiffigen Geschichte belohnt. Sowohl Penny als auch Jane sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen und ich habe jede Minute beim Lesen genossen. Von Langeweile keine Spur. Vor meinem inneren Auge erwachte Jane Austen zu Leben, entdeckte die Vorzüge der Moderne und zeigte dabei aber auch, dass die Dinge, die uns allzu oft als lebensnotwendig erscheinen (wie Handys), es doch eigentlich gar nicht sind:

Ach, Penny. Zu meiner Zeit gibt es das alles nicht, und wir kommen trotzdem gut zurecht. (S. 144)

Inusa lässt es sich nicht nehmen, durch Austens Augen hier und da Kritik an unserem heutigen Lebensstil zu üben – zurecht, wie ich übrigens finde. So wundert sich Jane, dass die Menschen zuhause kaum noch zusammen kochen und mit Fast Food kann sie wenig anfangen:

Ach herrje. Alles fix und fertig? Das deprimiert mich ein bisschen. Gerade die Tradition, miteinander zu kochen, hat etwas Schönes an sich. (S. 227)

Dabei wirkte Jane Austen auf mich keinesfalls wie ein Alien, sondern eher wie jemand, der einfach nach anderen Prinzipien lebt, aber dennoch neugierig und offen die für sie neue Welt erkundet. Trotz ihrer Andersartigkeit fügt sie sich gut ein und liefert dabei natürlich auch dem Leser einen etwas anderen Blickwinkel auf seine Zeit. Das fand ich sehr spannend.

Jane Austen bleibt zum Frühstück

Neben der gelungenen Geschichte hat mich die Autorin beim Lesen immer wieder damit beeindruckt, wie gut sie beide Frauen durch ihre Sprache charakterisiert. Inusa setzt die Sprache sicher ganz gezielt ein, um den Kontrast zwischen der heutigen Zeit und Jane Austens Welt zu verdeutlichen – mit Erfolg. Mit Aussprüchen wie „Sie meinen?“ (S. 138) oder „Mitnichten“ (S. 177) trifft sie gut den Ton, den man sich bei einer Jane Austen vorstellt. Und Pennys „Ach du heilige Scheiße!“ (S.42) und „Meine Fresse!“ (S.147) tun ihr Übriges, um die beiden Frauen sprachlich voneinander abzugrenzen. Das macht Spaß zu lesen und kommt doch nicht platt daher.

Fazit: Ich kann wirklich nichts Negatives an „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ finden und wer Romane von Jojo Moyes oder Lori Nelson Spielman mag, der wird auch an Inusas Roman Freude haben. Ich hatte jedenfalls viel Freude beim Lesen!

 

 

Jane Austen bleibt zum Frühstück. Manuela Inusa. 2015. Blanvalet. ISBN: 978-3-7341-0179-3.

 

 

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