Es gibt Bücher, die hinterlassen einen tiefen Eindruck und beschäftigen mich noch Wochen nachdem ich die letzte Seite gelesen habe. Doch das schaffen nicht nur Bücher, auch Filme können das. „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ zum Beispiel.

Vor knapp zwei Wochen war ich in der Buchhandlung Friebe zur Filmvorführung von „Beltracchi“ und ich bin noch immer sehr beeindruckt von dem Film.

„Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ ist eine Dokumentation über Wolfgang Beltracchi, der nach eigenen Angaben im Laufe von vierzig Jahren hunderte Gemälde gefälscht und sie gemeinsam mit seiner Frau und Komplizen verkauft hat. 2011 wurde er dafür zu einer Haftstrafe verurteilt.IMG_20160617_184716

Der Film von Arne Birkenstock stammt aus dem Jahr 2014 und hat mich unglaublich beeindruckt. Ich bin kein Kunstkenner, aber wenn der Film es richtig vermittelt hat, ist Beltracchi ein Ausnahmekünstler, der in den unterschiedlichsten Stilen perfekt malen kann und so die Kunstbranche Jahrzehnte lang getäuscht hat. Aber was mich viel mehr als sein Talent beeindruckt hat, ist der Mensch Beltracchi.

Kaltschnäuziger Verbrecher oder Robin Hood der Kunst?

Charmant, humorvoll und selbstironisch mit einer Prise Arroganz. Jemand, der nicht nach den Regeln anderer spielen wollte und mit einer Nonchalance über sein Handeln spricht, dass man es ihm gar nicht übel nehmen kann. So würde ich Wolfgang Beltracchi beschreiben. Während des Filmes musste ich mir wirklich immer vor Augen halten, dass er ein verurteilter Betrüger ist, der einige Menschen um Millionen gebracht hat.

Er hat niemanden körperlich verletzt, aber doch hat er anderen Menschen finanziell geschadet. Auf art-magazin.de heißt es, er würde die Rolle als „liebenswürdiger Schlawiner“ spielen und ich finde, das passt ganz gut. Er wirkt so ein wenig wie der Robin Hood der Kunstszene, der den Reichen ihr Geld abknüpfte, nur gab er es nicht den Armen, sondern kaufte sich von dem Geld ein Anwesen in Frankreich und ein Haus in Freiburg.

Und doch: So gern ich Beltracchi für sein Handeln verurteilen würde, ich mochte ihn doch sehr. Und was ich so bei der Diskussion nach dem Film heraushören konnte, ging es vielen anderen ebenso. Es ist wahrscheinlich diese Mischung aus seinem Charme, sein beeindruckendes Können und der „Pfiffigkeit“ hinter seinem Vorgehen, die den Zuschauer schmunzeln lässt und Beltracchi sympathisch erscheinen lässt.

Und natürlich hat mich der Film neugierig gemacht, noch mehr zu erfahren. Weshalb ich an dem Buch, das er und seine Frau 2014 bei Rowohlt veröffentlicht haben, wohl früher oder später auch nicht vorbeikommen werde… Beim Filmabend war übrigens Andrea Huckenbeck (links im Foto oben neben Oksana Kovalenko-Grimm, der Inhaberin der Buchhandlung) vom Rowohlt Verlag in der Buchhandlung und hat von ihrer Arbeit im Verlag berichtet – sehr interessant!

Insgesamt war es mal wieder ein gelungener Abend und ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung in der Buchhandlung.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *