Es gibt Bücher, von denen bin ich restlos begeistert – ohne Wenn und Aber. Tolstoi und der lila Sessel ist zum Beispiel so ein Buch. Fenimore ebenso. Und natürlich Stolz und Vorurteil. Dann gibt es Bücher, da zweifele ich, ob ich sie überhaupt zu Ende lesen soll. Ich nenne da jetzt mal keine Namen, ähem.

Und dann gibt es Eleanor & Park.

Ich hatte schon viel über das Buch gehört. Die Meinungen waren durchweg positiv, ja fast begeistert. Da mir „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green sehr gut gefallen hat und Rainbow Rowell ja oft in einem Atemzug mit ihm genannt wird, hatte ich eigentlich keinen Zweifel, dass ich das Buch lieben würde. Jetzt gerade bin ich mir nicht mehr so sicher.

Der Roman dreht sich um die Titelgeber Eleanor und Park, um ihre Zeit in der Highschool, um Außenseiter, erste Liebe und schwierige Familienverhältnisse. Auf den ersten Blick sind das nicht unbedingt Themen, die mich ansprechen, aber trotzdem konnte ich viele Gedanken von Eleanor und Park nachvollziehen.

Du glaubst, wenn du jemanden ganz fest hältst, bist du ihm näher. Du glaubst, du kannst ihn so fest halten, dass du ihn immer noch spürst, eingeprägt in dir, wenn du dich von ihm löst. (Eleanor und Park, S. 348)

Rainbow Rowell hat es trotz der Jugend-Thematik geschafft, mich in die Geschichte reinzuziehen, in die Gedanken und vor allem Gefühle der beiden Protagonisten. Schließlich ist Liebe ein universelles Thema und Rowell lässt Eleanor und Park ihre Gefühle mit so viel Leidenschaft schildern, dass es wohl jedem schwerfällt, sich dem zu entziehen. Sie versteht es auch, Spannung aufzubauen – auf Seite 260 hätte ich mir am liebsten wie bei einem spannenden Kinofilm die Augen zugehalten und gemurmelt „Oh, gleich passiert bestimmt was ganz, ganz Schreckliches“……

Aber ich habe natürlich weitergelesen, habe das „ganz, ganz Schreckliche“ gelesen – und es hat mich enttäuscht. Leider.

Bis zu dem Moment hätte ich dem Buch volle 5 Sterne gegeben: die Charaktere interessant, die Geschichte spannend, die Schreibe/Übersetzung super. Und dann kam das Ende. Und da hatte ich irgendwie mehr erwartet. Mehr Kaboom. Mehr Drama, Baby, Drama. Aber das kam nicht.

Mir fehlt zudem auch so ein bisschen eine Erkenntnis, die ich aus dem Buch mitnehmen kann. Ich mag es, wenn ein Buch eine Art Grundgedanken vermittelt und mich dazu anregt, über mein eigenes Leben nachzudenken. Aber vielleicht bin ich dafür aus dieser Thematik auch schon zu sehr rausgewachsen und zu wenig Zielgruppe.

Fazit: Volle 311 Seiten absoluter Lesegenuss plus 50 Seiten Enttäuschung, die leider das Gesamtbild herunterziehen.

 

Rowell, Rainbow (übersetzt von Brigitte Jakobeit). Eleanor & Park. Hanser. 2015. ISBN: 978-3-446-24740-6.

 

2 thoughts on “Eleanor & Park – Rainbow Rowell

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